Netzplan oder GANTT-Diagramm: Was eignet sich besser für mein Projekt?

Beim Multi-Projektmanagement ist gute Planung gefragt – sowohl auf Seite der Ressourcen als auch zeitlich. Dafür bieten sich bekannte Methoden und Vorgehensweisen zur Modellierung an. Doch ist nun ein Netzplan oder das GANTT-Diagramm besser geeignet?

Der Netzplan im Überblick

Beim Projektnetzplan werden verschiedene Aktivitäten auf einer Ebene von Anfang bis Ende eines Projekts in einen fachlichen Ablauf einsortiert. So lässt sich auf den ersten Blick erkennen, welche Aktivitäten welchen Vorrang haben und welche nachfolgenden Aktivitäten sich anschließen, welche Termine sich daraus ergeben, wie der kritische Pfad aussieht oder welcher Puffer zur Verfügung steht. Der Netzplan ist also sehr kompakt und gibt damit einen ersten guten Überblick über fachliche Abhängigkeiten. Zur Steuerung ist er aber leider weniger geeignet, weil zeitliche Implikationen nur schwer oder gar nicht zu erkennen sind.

 Das GANTT-Diagramm im Überblick

Um hier möglichst unkompliziert alle erforderlichen Informationen zu überblicken, eignet sich das GANTT-Diagramm besser. Es lässt sich ganz einfach mithilfe einer Projektmanagement-Software erstellen und hat den Vorteil, dass es sowohl die fachlichen Abhängigkeiten als auch die Umfänge bzw. zeitlichen Abläufe der Aktivitäten aufgreift. Das heißt: Wir versehen das GANTT-Diagramm mit zeitlichen Einheiten und tragen ab, in welcher Granularität, in welchem Zeitraster später geplant werden soll. Das kann tageweise, stundenweise, wochenweise sein, je nachdem, wie komplex oder grob die zeitliche Planung sein soll. Die Aktivitäten werden untereinander und quasi autark eingetragen – aus gutem Grund. Denn nun zeichnen wir die Aktivitäten ein. 

GANTT macht den Ablauf klarer  

Stellen wir uns vor, Aktivität 1 hat eine Dauer von 10 Tagen, Aktivität Nummer 2 dauert 3 Tage. Wir beginnen also ganz vorne am Starttermin des Projektes du tragen hier die Anzahl der Tage am Zeitstrahl ab. Jetzt kommt Aktivität 3: Es ist ein sehr kleinteiliges Arbeitspaket, das zwar nur 1 Tag in Anspruch nimmt, aber von Paket 1 und 2 abhängig ist. Hier spielt GANTT seinen Vorteil aus: Es lässt sich optisch sofort erkennen, wo die 3 beginnt – nämlich dort, wo 2 und 1 enden. Da 2 kürzer dauert als 1, ist das Ende von 1 also der Starttermin von 3. Sollte sich die Aufgabe 1 verlängern, wird sich automatisch auch der Starttermin der Aufgabe 3 verschieben. Verlängert sich die Aufgabe 2 oder verzögert sich ihr Beginn, ist das wiederum erstmal kein Problem, solange noch der Puffer zum Ende von Aufgabe 1 besteht. Die Information zum Puffer ist übrigens ebenfalls GANTT zu verdanken und wichtig für die spätere Steuerung. Denn der kritische Pfad wird im weiteren Verlaufe über 1 laufen und dann bei 3 fortgesetzt.

Netzplan:                     Er hält die fachlichen Abhängigkeiten vor, zeigt aber nicht die zeitlichen Implikationen/die Dauer der Aktivitäten.

GANTT-Diagramm:       Es zeigt die Dauer der Aktivitäten anhand der Balkenlänge. Je länger in Balken, desto länger wird die zeitliche Implikation auf die Nachfolgeaktivitäten.

Abgleich mit der Realität

Angenommen, es gibt ein sehr umfangreiches Projekt mit sehr viele Aktivitäten, wird das GANTT-Diagramm immer länger und lässt sich nicht mehr auf einen Blick erfassen. Für diesen Überblick ist die Darstellung der fachlichen Abhängigkeiten im Netzplan dann wiederum besser geeignet.

Dennoch ist GANTT im Multi-Projektmanagement gern gesehen. Es lässt sich mit einem Kalender und dann einfach mit steuerungsrelevanten Informationen versehen. Alles, was dabei in der Zukunft liegt, muss mit dem IST-Zustand des Projekts abgeglichen werden. Daran lässt sich dann auch ablesen, ob der Projektplan realistisch ist. Diese Abfrage muss regelmäßig und in bestimmten Intervallen geschehen, um zu überprüfen: „Wirst Du es schaffen?“

Die Herausforderung steckt im Detail

Wird allerdings zu detailliert geplant, werden die Arbeitspakete immer kleiner und haben eine sehr kurze Umsetzungsdauer. In dem Fall kann sollte man auf Todo-Listen auslagern (siehe auch unser Beitrag zum Projektstrukturplan) und erledigte Tätigkeiten einfach abhaken. Hier ist dann auch ausnahmsweise die Frage erlaubt „Hast Du es geschafft?“

Ein weiterer Knackpunkt bei der Ablaufplanung im GANTT-Diagramm: Werden sehr viele parallele Themen bearbeitet, wird GANTT sehr schnell ungenau. Ein Beispiel: Laufen drei Aktivitäten auf dem Zeitstrahl parallel ab, wird im wahren Leben dennoch eines nach dem anderen erledigt. Das lässt sich ohne riesigen Aufwand nicht modellieren. Da zudem in der Umsetzung auch unterschiedlich gearbeitet wird, ist ein Paket vielleicht bereits komplett erledigt, während das zweite noch gar nicht und das dritte zur Hälfte beackert ist. Auch das lässt sich im Ablaufplan nicht modellieren. An seine Stelle tritt deswegen am besten eine Checkliste, mit der flexibel entschieden wird, wann diese kleinteiligen und „unabhängigen“ Aufgaben erledigt werden. Das reduziert den Aufwand beim Projektablaufplan und macht das Leben im Projektmanagement erheblich leichter. Noch einfacher wird es, wenn bereits beim Aufbau der Projektstruktur gefragt wird, welche Elemente und Aktivitäten regelmäßig gesteuert und nachgehalten werden sollen und welche so kleinteilig sind, dass ein „Bin fertig!“ der Kollegen und Kolleginnen bereits ausreicht.

 

 

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