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Letzte Aktualisierung: 17.09.2026

Klassisch oder agil planen: Welche Methode passt wann?

Klassisch agil planen

Kurz gefasst: Klassische und agile Planung schließen sich nicht gegenseitig aus. Entscheidend ist, welchen Planungshorizont Sie betrachten. Während agile Methoden ihre Stärke in der kurzfristigen, operativen Planung ausspielen, bleibt die klassische Planung für langfristige und strategische Entscheidungen unverzichtbar.

Ist die klassische Projektplanung überholt? Können Projekte heute vollständig agil geplant werden?

Die Antwort lautet: Nein – denn beide Planungsansätze erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Statt sich grundsätzlich für klassisch oder agil zu entscheiden, sollten Unternehmen überlegen, aus welcher Perspektive sie gerade planen.

Der entscheidende Unterschied: der Planungshorizont

Ob klassische oder agile Planung besser geeignet ist, hängt wesentlich davon ab, wie weit Sie in die Zukunft schauen.

Geht es darum, die Arbeit der kommenden Tage oder Wochen zu organisieren, sind agile Methoden besonders geeignet. Teams können iterativ entscheiden, welche Aufgaben als Nächstes anstehen, Prioritäten anpassen und flexibel auf Veränderungen reagieren.

Ganz anders sieht es aus, wenn Entscheidungen für die kommenden Monate oder sogar Jahre getroffen werden müssen. Hier wird weiterhin eine längerfristige Planung benötigt.

Vereinfacht gesagt:

Operative, kurzfristige Planung → agil

Strategische, langfristige Planung → klassisch

Wo agile Planung ihre Stärken hat

Agile Planung eignet sich besonders für die operative Arbeit.

Teams planen beispielsweise wochenweise oder in kurzen Iterationen, welche Aufgaben bearbeitet werden. Neue Erkenntnisse und veränderte Anforderungen können schnell berücksichtigt werden.

Der große Vorteil liegt in der Flexibilität.

Statt heute detailliert festzulegen, was in vielen Monaten an einem bestimmten Tag passieren soll, konzentriert sich das Team auf einen überschaubaren Planungshorizont.

Gerade für die konkrete tägliche Arbeit kann dieser Ansatz wesentlich sinnvoller sein als eine langfristige Detailplanung.

Warum wir trotzdem klassische Planung brauchen

Unternehmen müssen allerdings auch Entscheidungen treffen, deren Auswirkungen weit in die Zukunft reichen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Business- und Geschäftsplanung

  • Roadmaps

  • Portfolioplanung

  • Produktplanung

  • Jahres- und Abteilungsplanung

Bei einer Portfolioplanung stellt sich beispielsweise die Frage, welche Vorhaben im kommenden Jahr grundsätzlich umgesetzt werden sollen und in welcher Reihenfolge.

In der Produktplanung muss möglicherweise entschieden werden, welche Features im nächsten Jahr entwickelt und veröffentlicht werden sollen.

Solche Fragen lassen sich nicht ausschließlich aus einer kurzfristigen operativen Perspektive beantworten. Sie benötigen einen längerfristigen Rahmen.

Klassisch und agil statt klassisch gegen agil

Die eigentliche Frage sollte deshalb nicht lauten:

„Klassisch oder agil?“

Sondern:

„Was möchte ich gerade planen?“

Auf strategischer Ebene kann zunächst ein langfristiger Rahmen geschaffen werden. Innerhalb dieses Rahmens können Teams ihre operative Arbeit anschließend agil organisieren.

Damit übernehmen beide Ansätze unterschiedliche Aufgaben:

Planungsebene

Planungshorizont

Geeigneter Ansatz

Strategisch

Monate bis Jahre

eher klassisch

Operativ

Wochen

eher agil

Tagesgeschäft

Tage

agil und flexibel

Beispiel: Von der Portfolioplanung bis zur täglichen Arbeit

Ein Unternehmen entscheidet im Rahmen seiner Portfolioplanung, welche Projekte im kommenden Jahr Priorität haben.

Damit steht zunächst der strategische Rahmen.

Wie die Teams innerhalb dieser Projekte ihre konkrete Arbeit organisieren, muss dadurch aber nicht ebenfalls langfristig bis ins Detail festgelegt werden.

Die operative Umsetzung kann beispielsweise iterativ erfolgen. Teams bestimmen in kurzen Planungszyklen, welche Aufgaben als Nächstes bearbeitet werden und reagieren auf neue Anforderungen.

So können langfristige Orientierung und kurzfristige Flexibilität miteinander verbunden werden.

Fazit: Die richtige Methode für die richtige Perspektive

Die klassische Planung ist nicht tot. Sie wird weiterhin benötigt, wenn Unternehmen langfristige und strategische Entscheidungen treffen müssen.

Agile Planung hat ihre Stärke dagegen dort, wo kurzfristig und operativ geplant wird und Teams flexibel auf Veränderungen reagieren müssen.

Es geht deshalb nicht darum, eine Methode zur einzig richtigen zu erklären.

Entscheidend ist, für strategische und operative Ziele jeweils die passende Planungsmethode einzusetzen.

Norman Frischmuth ist Managing Director der Hypergene GmbH. Er berät seit 25 Jahren Unternehmen bei der optimalen Gestaltung ihres Multiprojektmanagements und hat bereits zahlreiche MPM-Implementierungsprojekte in Europa begleitet.

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Norman Frischmuth

CEO

kontakt@hypergene.com

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